Noch schätzungsweise 5000 Tiger leben heute in Freiheit. Die Zahl der Wildkatzen ist in den letzten Jahren dramatisch gesunken. Nicht so in den USA, wo mehr als 10.000 Tiger in Gefangenschaft leben. 90% der Tiere vegetieren in Haushalten, Zirkussen oder privaten Tierparks vor sich hin.
Kein Wunder, denn der Handel mit den Großkatzen ist sehr lukrativ. Neben dem Drogenhandel ist der Handel mit streng geschützten Arten der größte Schwarzmarkt in den USA. Leider sind die Tiere tot oft mehr wert als lebendig. Die Felle und Schädel werden an Trophäensammler verkauft, die Gallenblase auf dem asiatischen Markt. Und sogar das Fleisch landet unter der Theke sogenannter Delikatessenläden. So ist der Wert eines lebendigen Tigers fast sechs mal niedriger als der Wert, der sich aus einem toten Tiger erwirtschaften lässt.
Schon in den 90er Jahren erkannte die Wildtier-Mafia dies und tötete alleine im Raum Chicago mehr als 16 Großkatzen. An ihre Fersen heftete sich Tim Santel, der wohl erfolgreichste Wildlife Agent der USA. Unter dem Decknamen „Snow Plow“ beginnt die bis heute größte verdeckte Ermittlung gegen ein Artenschutzdelikt in Nordamerika. Sie wird viereinhalb Jahre andauern bevor die Angeklagten vor Gericht stehen.