Madagaskar! Ein verheißungsvoller Name für ein wundersames Land voller mythischer Geheimnisse, fremder Kulturen und einzigartiger Natur. Nirgendwo sonst auf der Welt kriechen, klettern und fliegen so viele endemische Arten auf einem Fleck. Hier feiert die Natur Rekorde. Zu den bekanntesten Tieren der Insel gehören die Lemuren. 30 verschiedene Halbaffen sind hier, und nur hier, beheimatet.
Die Frage ist wie lange noch, denn die Lebensräume der „Waldgeister“, wie sie von den Einheimischen genannt werden schrumpfen in einem rasanten Tempo. Von den ursprünglichen tropischen Wäldern der Insel sind heute nur noch zehn Prozent übrig. Wenig Platz – auch für die wohl bekanntesten Lemuren, die Katta Lemuren. Die sozial lebenden und tagaktiven Halbaffen sind durch ihren unverkennbaren Ringelschwanz und ihren freundlichen Charakter zum tierischen Symbol der Insel avanciert.
Das Matriarchat bei den Kattas ist einzigartig. Die dominanten Damen denken gar nicht daran, ihren Führungsanspruch wieder aufzugeben. Kindererziehung und Regieren ist Programm. Die Aufzucht der Kleinen bleibt zwar Frauensache, aber alle Damen helfen mit: Baby-Sharing auf Katta-Art. In einem aber sind sich die Geschlechter dann wieder gleich: Sobald die Temperaturen steigen, zieht es die Kattas der Sonne entgegen. Denn Kattas mögen's heiß.
Im Süden Madagaskars haben die Katta-Lemuren einige wenige geschützte Lebens- räume gefunden. In dem vom WWF mitgegründeten Nationalpark Andringitra und dem vor einigen Jahren errichteten privaten Naturreservat Berenty können Kattagruppen in Ruhe leben. Unterstützung findet das Reservat Berenty durch die amerikanische Forscherin Dr. Alison Jolly. Seit Jahren erforscht die bekannte Biologin das Verhalten der verschiedenen Lemuren Familien vor Ort.
Am anderen Ende der Insel forscht man an dem größten Feind der Lemuren – der Fossa. Weder die vielen Halbaffenarten noch die Vogelwelt sind bei Nacht vor den Schleichkatzen sicher. Erst in jüngster Zeit sind einige Geheimnisse aus dem Leben der scheuen "Mini-Pumas" gelüftet worden. Nicht zuletzt durch den US- Biologen Luke Dollar.
tierzeit hat sich zusammen mit dem WWF Deutschland auf den Weg in den „achten Kontinent“ gemacht. Der World Wide Fund for Nature ist hier bereits seit seiner Gründung im Jahr 1963 aktiv und hat seitdem über 60 Projekte durchgeführt. Schwerpunkt sind die Unterstützung lokaler Umweltgruppen und politischer Entscheidungsträger beim Schutz und bei der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen.