Auf Bärenfarmen in ganz China leben rund 7000 asiatische Schwarzbären, aufgrund des goldfarbenen Halbmondes auf ihrer Brust auch Mondbären genannt. Die Tiere sind in Metallkäfigen, die kaum größer sind als sie selbst, eingesperrt. Täglich wird ihnen in einer schmerzhaften Prozedur, durch einen oft rostigen Metallkatheter, der tief in ihre Gallenblase implantiert wurde, Gallenflüssigkeit abgezapft. Das "flüssige Gold", wie die Chinesen den Gallensaft nennen, wird in der traditionellen Medizin seit über 3.000 Jahren eingesetzt. Doch Bärengalle lässt sich längst durch synthetische Alternativen ersetzen.
Die Organisation Animals Asia setzt sich seit 1993 unermüdlich für die Bären in China ein. Im Juli 2000 erreichten sie einen historischen Durchbruch: Die Zentralregierung in Peking verpflichtete sich in einem Abkommen, 500 gequälte Mondbären in Sichuan zu befreien und langfristig alle Bärenfarmen zu schließen. Ein Meilenstein im chinesischen Tierschutz!
Heute befinden sich 170 Bären in der Obhut des AAF-Rettungszentrums in Chengdu. Leider können diese Kragenbären nie mehr ausgewildert werden. Viele von ihnen sind behindert oder seit ihrer Geburt in Gefangenschaft, so dass sie keine Überlebensstrategie von ihren Müttern erlernen konnten. Aus diesem Grund baute AAF ein großes Bärenfreigehege, das mitten in einem Bambuswald liegt. Hier können die Bären, nachdem ihnen der Katheter und die Gallenblase herausoperiert und sie physiotherapeutisch behandelt wurden, frei von Angst und Schmerzen leben.